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Ein Blitzinterview der Regisseurin Ulrike Willberg mit der Performerin Denise M’Baye


Was bedeutet die „Nahkampfspielweise" für Dich? Also die extreme Nähe zum Publikum? Das Auflösen der Grenze zwischen Bühne und Publikum?

Durch die extreme Nähe zum Publikum erfahre ich persönlich im Spiel eine Authentizität des Moments, die sich sonst nur im Alltag erleben lässt. Trotz aller Form, die sich in den Proben ergeben hat, ist die besondere Herausforderung offen zu bleiben und jede Situation flexibel aufzunehmen und dementsprechend zu reagieren. Dadurch ergibt sich eine Durchlässigkeit, die in bestimmten Spielmomenten für das Publikum sowie für die Spielenden sehr berührend sein kann und oft lange nachwirkt.

Welche Möglichkeiten bietet Dir als Performerin die Inszenierung eines Alltagsraumes?

Alltagsräume bieten eine besondere Form der Inspiration. Jeder dieser Räume hat eine Geschichte, die Wände der Orte tragen all die Begebenheiten, Emotionen, Biografien in sich, die dort stattfanden. Diese Komposition zu nutzen und im Rahmen der Inszenierung weiterzuführen und zu verändern bietet Spannung und Irritation. Dies überträgt sich auf das Publikum, das oft Persönliches mit dem Raum verbindet und so auf einer zweiten Ebene involviert ist.

Haben die gesellschaftspolitischen Themen der Stücke für dich eine Relevanz?

Gesellschaftsrelevante Aspekte zu behandeln, zu hinterfragen und künstlerisch zu bearbeiten ist für mich, nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als private Person ein großes Anliegen. Dabei geht es nie um den erhobenen Zeigefinger, sondern um die Sensibilisierung für Themen, die unser Zusammenleben beeinflussen. Das Theater kann ein Weg sein diese Themen zu beleben und nachhaltig die Auseinandersetzung und Kommunikation damit und darüber zu aktivieren.